Exkurs Enderlein

Prof. Dr. Günther Enderlein (1872–1968) war Biologe, Zoologe und veröffentlichte bereits 1916 eine Zusammenfassung seiner „Bakterien-Cyclogenie“, die dann 1925 als Buch erschien. Hierin erläuterte er seine Erkenntnisse zum Pleomorphismus (griechisch „pleion“ = mehr, „morphe“ = Gestalt) und seine Endobionten-Theorie (endo = innen, bios = lebend).

Äußerst detailliert zeigt Enderlein auf, wie ein ursprünglich pflanzliches Kolloid (Linin, ein Eiweiß) in jeder Körperzelle aller Wirbeltiere in den niedrigsten Entwicklungsformen im optimalen Fall symbiontisch lebt, also auch seinem Wirt Vorteile verschafft, z. B. durch Unterstützung des Immunsystems und des Energiehaushaltes oder beim Aufbau des Knochenskeletts.

Bei einer ungünstigen Verschiebung der Säure-Basen-Balance im Gewebe können sich höhere Entwicklungsstufen entwickeln, werden parasitär und können damit pathologisch werden. Als mögliche Auslöser nannte Enderlein eine „naturwidrige Lebensführung“, u. a. Überernährung mit zu viel tierischem Eiweiß, Genussgifte, Chemikalien, Strahlenbelastung, Stress.

Da Enderlein aber nicht nur eine Aufwärtsentwicklung feststellte, sondern auch beobachtete, wie die höher entwickelten Formen wieder zurückgeführt werden konnten, bezeichnete er dies als „Cyclode“ (Kreisform) und entwickelte daraus die Isopathie (Gleiches mit gleichem heilen): Millieuregulierung und Behandlung mit apathogenen Urformen (Protite, Spermite), um die pathogenen Entwicklungen (Thecite, Ascite, Bakterien) abzubauen.

Enderlein ging davon aus, dass alle chronischen Krankheiten auf einer Entgleisung und Parasitose des Endobionten beruhen.

Der Endobiont Mucor racemosus Fresen wird von Enderlein auch als „Stauling“ bezeichnet, ist verantwortlich für Herz/Kreislauferkrankungen und meist bei allen Krankheitsbildern beteiligt, die durch eingeschränkte Mikrodurchblutung verursacht werden (Arteriosklerose, Thrombosen, Apoplex, Gelosen, Gicht, Rheuma, beim Pferd z. B. Hufrehe).

Eine weitere parasitäre Rolle spielt Aspergillus niger van Tieghem, der physiologische Vorgänge fehlleitet und für alle paratuberkulösen Erkrankungen (Haut, Knochensystem, Lunge, Stoffwechselstörungen, schlechte Wundheilung) verantwortlich ist.

Unter entsprechenden Voraussetzungen konnte Enderlein auch Bakterienformen wie z. B. Streptokokken oder sogar Borrelien unter dem Dunkelfeld-Mikroskop identifizieren. Pilzmycele wird man im lebendigen Blut übrigens nicht finden, dazu ist der pH-Wert nicht sauer genug.